Features im Radio

Features

Donnerstag 09:05 Uhr Bayern 2

radioWissen

Whiteness Weiß denken, rassistisch sein? Wahrnehmung und Klischee Die Entstehung von Vorurteilen Das Kalenderblatt 5.8.1789 Im Berliner Opernhaus wird zum ersten Mal auf Deutsch gesungen Von Brigitte Kohn Whiteness - Weiß denken, rassistisch sein? Autorin: Julia Fritzsche / Regie: Sabine Kienhöfer Viele weiße Menschen denken, ihre Hautfarbe sei ohne Bedeutung. Ist das so? Weiße Menschen sind oft in der Schule, bei Bewerbungen und bei der Wohnungssuche im Vergleich zu anderen besser gestellt. Außerdem hat Weißsein Vorteile im Alltag: keine rassistischen Anfeindungen, keine sogenannten "Mikroaggressionen" wie die Frage danach, ob man deutsch spreche. Schwarze Menschen oder andere Gruppen, die typischerweise als migrantisch verstanden werden, erleben Bemerkungen dieser Art häufig. Bemerkungen wie diese zeigen, dass Nicht-Weiße nicht automatisch als Teil unserer Gesellschaft verstanden werden. Ist ein solches Verhalten rassistisch? Ist Weißsein an sich rassistisch? Häufig sind Bemerkungen dieser Art freundlich gemeint und zeugen von Neugierde. Viele Menschen behaupten darüberhinaus, sie sähen Hautfarben nicht, würden alle Menschen gleich behandeln. Ist diese Blindheit von Weißen gegenüber ihrer Hautfarbe angemessen oder diskriminierend? Eine Sendung über weiße Privilegien, weißes Denken und einen verantwortungsvollen Umgang mit der Hautfarbe: weiß. Wahrnehmung und Klischee - Die Entstehung von Vorurteilen Autorin: Maike Brzoska / Regie: Frank Halbach Niemand will sie haben, und doch ist keiner frei davon: Vorurteile. Frauen können nicht einparken, Männer nicht zuhören - ob wir wollen oder nicht, Klischees und Stereotype prägen oft unsere Wahrnehmung. Schon im Kindesalter lernen wir, die Welt in Kategorien einzuteilen: Mann, Frau, groß, klein, schwarz, weiß. Mit der Zeit assoziieren wir diese Kategorien mit bestimmten Attributen: stark, schwach, laut, leise, böse, gut - aufgrund unserer eigenen Erfahrungen, aber vor allem aufgrund unserer Umwelt. Von Eltern, Erziehern und Freunden übernehmen wir - bewusst und unbewusst - Bewertungen der Kategorien. Evolutionär hat uns diese schematische Denken Vorteile gebracht. Ohne lange nachzudenken, wussten wir, wer Freund und wer Feind ist. Das sicherte den Menschen in archaischen Gesellschaften vermutlich oft das Leben. Heute sind Vorurteile allerdings häufig diskriminierend gegenüber Andersdenkenden oder Menschen, die anders aussehen als man selbst. Was können wir gegen Vorurteile in der Gesellschaft tun? Und gegen unsere eigenen? Moderation: Birgit Magiera Redaktion: Nicole Ruchlak

Donnerstag 09:05 Uhr Ö1

Radiokolleg - Die Explosion von Beirut

Anatomie einer Katastrophe (4). Gestaltung: Monika Halkort Die Explosion im Hafen von Beirut am 4. August 2020 war eine der schwersten nicht-nuklearen Katastrophen in der Geschichte. Rund drei Tonnen Ammonium- Nitrat hatten sich plötzlich, aus immer noch ungeklärten Gründen entzündet und eine Druckwelle in Gang gesetzt die das Kernstück des Hafens, sowie die umliegenden Bezirke, in Schutt und Asche legten. 211 Menschen starben, mehr als 6.500 wurden verletzt, mit zum Teil lebenslänglichen Folgen. Der Sachschaden an Häusern und Infrastruktur wird auf 4 Milliarden Dollar geschätzt. Die konkreten Umstände der Katastrophe liegen bis heute im Dunkeln. Fest steht, dass die hochexplosive Chemikalie unter grober Missachtung aller Sicherheitsbestimmungen, auf engstem Raum, unmittelbar neben Feuerwerkskörpern und leicht entflammbaren Autoreifen gelagert war. Die räumliche Anordnung der Güter, so der UN Sprengstoff Experte Gareth Collett, glich einem improvisierten Sprengsatz in der Größenordnung einer Lagerhalle, der nur darauf wartet zu explodieren. Die Umstände waren geradezu darauf ausgelegt, eine Explosion herbeizuführen. Bis dato ist niemand für die Explosion und ihre verheerenden Folgen zu Verantwortung gezogen worden. Führende Beamte der Zoll- und Hafenverwaltung sind zwar unmittelbar nach der Katastrophe verhaftet worden, aber rechtskräftige Urteile und Anklagen stehen aus. Der Untersuchungsrichter, der mit der Ermittlung zu den Ursachen des Desasters betraut wurde, ist mittlerweile abgesetzt worden. Er hatte sich das Recht herausgenommen, führende Regierungsvertreter und Ministeriumsbeamte zum Verhör zu laden, und setzte sich damit ins politische Aus. Anstatt Licht in die dunkle Schattenwirtschaft im Hafen zu bringen, haben alle offiziellen und inoffiziellen Ausklärungsversuche bisher nur neue, ungelöste Fragen und Rätsel zu Tage gebracht. Monika Halkort macht sich in einer 4-teiligen Radiokolleg Reihe auf die Spur der mysteriösen Faktenlage. Ihre Spurensuche führt zurück in die Wirtschaftswunderjahre der 50er und 60er Jahren, als der Libanon und seine Häfen zentrale Verhandlungsmasse im Kampf um die Ölressourcen und die daran geknüpfte politische wie militärische Kontrolle in der Region waren. Der Wettlauf zwischen den damaligen Supermächten USA, Russland und ihrer jeweiligen regionalen Verbündeten, legte den Grundstein für Rentierökonomie, die das Land mehr und mehr von externen Interessen und Investitionen abhängig machte und das politische Leben zutiefst gespalten und an den Rand des Zusammenbruchs gebracht hat. Die Explosion im Hafen von Beirut markiert den bislang verheerendsten Höhepunkt einer zutiefst bankrotten wirtschaftlichen und politische Ordnung, die den Staat und seine Infrastruktur zum Selbstbedienungsladen einer kleinen, alteingesessenen Elite an Kauf- und Handelsfamilien gemacht hat.

Donnerstag 09:30 Uhr Ö1

Radiokolleg - Sehnsuchtsort Kleingarten

Vom Nahrungsmittellieferant zum Spekulationsobjekt (4), Gestaltung: Kim Shirin Cupal Man kennt ihn hierzulande vor allem als Kleingarten aber auch als Schreber- oder Heimgarten oder gar als Parzelle ist er den Menschen ein Begriff. All diese Namen beschreiben das Gleiche: ein Stück eigenes Grün, eingezäunt und seit jeher von Kleingartenvereinen verwaltet. Eine besondere Rolle spielen diese Anlagen vor allem in Wien, wo sie längst als eingesessene Institution gelten. Hier gibt es heute über 26.800 Kleingärtner/innen, organisiert in 247 Vereinen. Der Großteil dieser Menschen lebt bereits dauerhaft in den heute mit Einfamilienhäusern versehenen Siedlungen, während eine immer kleiner werdende Gruppe nach wie vor an alten Beeten, Obstbäumen und Holzhütterln festhält. Die Geschichte des Kleingartenwesens ist lang, bunt und vielfältig und vor allem ist sie noch lange nicht am Ende. Es waren einstige Größen, wie der Krankenpfleger und Naturheilkundler Florian Berndl - Schöpfer des Gänsehäufels - die nach und nach die Kleingartenidee in Wien verwirklichten. Mit seinem "Neu-Brasilien" war er einer der ersten, der die Städter durch das Arbeiten im Garten zu einer natürlichen Lebensweise zurückführen wollte. Auch der 1882 in Wien geborene Nationalökonom, Arbeiter- und Volksbildner Otto Neurath gilt als maßgeblicher Mitgestalter der Bewegung. Er gründete 1920 den Österreichischen Verband für Siedlungs- und Kleingartenwesen, um die in Wien herrschenden Wohnungsknappheit und die Not der Siedler zu lindern, die Stadtplanung als Integration von Interessen von oben und unten voranzubringen und um Ordnung in die chaosähnliche Baubewegung bringen zu können. Eine wesentliche Rolle spielte dabei auch die Architektur Ikone Margarete Schüttte-Lihotzky, die 1920 erfolgreich die Zukunft des Wohnens in den Vorstädten propagierte und mit den von ihr entworfenen Notunterkünften, Inneneinrichtungen und Kernhäusern in die Geschichte eingehen sollte. Ein Radiokolleg von den Anfängen, über zur Gegenwart und hin zur Zukunft: Der Kleingarten als einstiger Kinderspielplatz, über zum wichtigsten Nahrungslieferanten für hungernde Städter, bis hin zum begehrten Spekulationsobjekt. Zudem erfahren wir, wie es um die Grünflächen in der Zukunft bestellt ist, welche Rollen sie in einer sich immer stärker erhitzenden Stadt spielen werden und ob weiterhin ein jeder ein Recht auf seinen eigenen kleinen Garten haben wird.

Donnerstag 09:45 Uhr Ö1

Radiokolleg - I have a stream

Musikkonzepte, die die Pandemie überdauern (4). Gestaltung: Katharina Hirschmann Musik zur Verständigung unter verschiedenen Kulturen, um soziale Konflikte zu lösen, um eine kulturelle Tradition fortzuführen. Die Rolle der Musik in unserer Gesellschaft ist seit jeher tief verankert - und äußerst vielfältig. Sie dient der Unterhaltung wie der Reflexion. Die Rolle der Musiker/innen schien bisher klar definiert. Sie waren die Übermittler dieser musikalischen Botschaften, im Rahmen von Tonträgern, vor allem aber im Rahmen von Live-Auftritten. Konzerte sind Raum der Interaktion, des Austauschs, der Reflexion - für die Musiker/innen, aber vor allem auch für das Publikum. Der performative und interaktive Akt, den diese Auftritte darstellten, sind mehr als nur Unterhaltung: sie sind Lebensquell für zahlreiche Menschen. Was aber passiert, wenn diese Form auf einmal nicht mehr existiert? Wenn Musiker/innen der Nährboden ihrer Existenz genommen wird? Wenn dem Publikum dieser Ort des Austauschs und der Reflexion genommen wird? Welche neuen Formen hat diese Situation zutage gebracht? Oder anders gefragt: Wenn das Medium die Botschaft ist, wie ändert sich die Botschaft, wenn das Medium in der bekannten Form nicht mehr existiert? Durch die Unmöglichkeit aufzutreten, wurde die Rolle der Musiker/innen grundlegend in Frage gestellt. Musikvermittlung hat dadurch gezwungenermaßen neue Formen angenommen. Dabei sind alternative Konzepte entstanden, die die Pandemie im besten Fall überdauern werden. Crossmarketing lautet eines der Schlagworte, mit denen Musiker/innen der Krise begegnet sind - und ihr standgehalten haben. In diesem Kontext wurde Musik oftmals zu einem Service, das mit anderen Produkten lediglich mitgeliefert wird. Dabei stellt sich die Frage, ob es zu einer Entwertung der Musik gekommen ist. Ausweichen in andere Räume war eine andere Möglichkeit im Umgang mit der Krise. Das Erkunden der Außenwelt fand Eingang ins Konzertwesen - seien es Wälder, Wiesen oder Dome. Auch das Internet spielt in diesem Kontext eine entscheidende Rolle. Ob TikTok, Youtube oder andere Plattformen. Der virtuelle Raum bot eine Rückzugsmöglichkeit für zahlreiche Musikschaffende, die sich hier auf vielfältige Weise neu aufstellten - sei es in den allseits bekannten Wohnzimmerkonzerten per Stream oder in Form von DJ-Sessions im Rahmen von Computerspielen. Doch all das hat Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt, die wohl auch nach der Pandemie nicht so schnell rückgängig gemacht werden können. Denn was im Internet angeboten wird, ist zumeist ein kostenloses Service, was nicht nur den Wert der Musik neu festlegt, sondern auch den der Musiker/innen. Es zeichnet sich bereits ab, dass Gagen nach der Pandemie neu verhandelt werden müssen. Die Musikviertelstunde geht der Frage nach, ob und wie man die Rolle der Musiker/innen neu definieren muss und stellt Konzepte vor, die während der Pandemie im letzten Jahr entstanden sind, diese aber überdauern können.

Donnerstag 15:05 Uhr Bayern 2

radioWissen am Nachmittag

Verwüstung Wenn Boden nutzlos wird Die Oase Lebensraum im Sand Das Kalenderblatt 5.8.1789 Im Berliner Opernhaus wird zum ersten Mal auf Deutsch gesungen Von Brigitte Kohn Verwüstung - Wenn Boden nutzlos wird Autorin: Dagmar Röhrlich / Regie: Sabine Kienhöfer Weltweit geht in jedem Jahr eine Fläche an nutzbarem Boden verloren, die halb so groß wie die EU. Geht es so weiter, wie bisher, drohen zwei Drittel der Landfläche in den nächsten Jahrzehnten unfruchtbar zu werden. Eine Entwicklung, die rund zwei Milliarden Menschen trifft - und zwar nicht nur in Afrika: Die Desertifikation schreitet in fast allen Ländern dieser Welt voran. Sie ist ein globales Umweltproblem. Welche Ursachen liegen der Ausbreitung der Wüsten zugrunde, was ist natürlich und welche Rolle spielt der Mensch? Und lässt sich der Trend noch aufhalten? Die Oase - Lebensraum im Sand Autor: Bernd-Uwe Gutknecht / Regie: Sabine Kienhöfer Für Karawanen-Führer und andere Wüsten-Durchquerer sind Oasen Zielpunkte in einem unendlich scheinenden Nichts aus Geröll oder Sand. Eine Oase kann lediglich ein kleiner grüner Schilfgürtel um ein Wasserloch sein, kann aber auch eine zur Großstadt angewachsene Siedlung rund um eine Quelle sein. Generell wird zwischen Grundwasser-, Flusswasser- und Quellwasser-Oasen unterschieden. Oasen werden seit jeher als Umschlagplätze genutzt, an denen sich traditionelle Handelsrouten treffen. Da in der Wüste jeder fruchtbare Fleck kostbar ist, wurden von den Bewohnern ausgeklügelte Bewässerungssysteme entwickelt, um das Nötigste für"s Leben anbauen zu können. Heute überwiegen Dattel- und Feigenplantagen sowie touristische Angebote. Besonders spannend sind die sozialen und religiösen Strukturen in und um die Oasen, da hier oftmals sehr verschiedene Gesellschaftsformen aufeinandertreffen. So mancher Wüsten-Abenteurer nimmt Oasen wahr, muss dann aber erkennen, dass es sich um eine Fata Morgana handelt. Erstsendung: BR 2017 Moderation: Yvonne Maier Redaktion: Bernhard Kastner

Donnerstag 19:30 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Zeitfragen. Feature

Das schwarze Gold der Wälder Der Wald, sein Boden und der Kohlenstoff Von Marko Pauli Wälder weiltweit verlieren zunehmend ihre Funktion als CO²-Senken im Kampf gegen den Klimawandel. Auf der Suche nach den Gründen gerät ein lange eher vernachlässigter Teil des Waldes in den Fokus: der Boden. Die Menschen brauchen die Wälder weltweit als CO2-Senken, um die Klimaziele zu erreichen. Doch in dieser Funktion scheint der Wald immer schwächer zu werden. Eine neue Studie aus dem brasilianischen Regenwald zeigt, dass dieser in den letzten zehn Jahren mehr Kohlenstoff freigesetzt hat, als er hat speichern können. Der Hauptgrund ist offenbar die negative Veränderung, die Degradierung, des Waldbodens. Aber: Warum ist gerade der Waldboden so wichtig, wenn es darum geht, die Wälder als CO2-Senken zu erhalten? Welche Abläufe und Mechanismen machen ihn zum CO2-Speicher - weshalb genau funktionieren sie nicht mehr und was geschieht, wenn zu viel Waldboden verloren geht? Gibt es auch hier - ähnlich wie beim arktischen Eis oder beim Golfstrom - Tipping Points? Welche Ansätze gibt es, Wald und Waldboden zu erhalten - bzw. zukunftsfähige Wälder anzulegen, die weiter mit dazu beitragen, den Klimawandel zu verlangsamen?

Donnerstag 22:08 Uhr Ö1

Radiokolleg

Die Explosion von Beirut. Anatomie einer Katastrophe (4). Gestaltung: Monika Halkort Sehnsuchtsort Kleingarten. Vom Nahrungsmittellieferant zum Spekulationsobjekt (4). Gestaltung: Kim Shirin Cupal I have a stream. Musikkonzepte, die die Pandemie überdauern (4). Gestaltung: Katharina Hirschmann

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